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Vietnam wird offen für Ausländer

Die grosse Nachricht aus Vietnam kam Ende Juni: Endlich soll die Beschränkung für Ausländer beim Aktienbesitz fallen. Zumindest gilt das für Sektoren, die strategisch nicht wichtig sind, also keine staatlichen Interessen berühren. Ab 1. September können einzelne Unternehmen darüber entscheiden, ob sie die Limite für ausländische Eigentümer aufheben wollen. «Das sind sehr gute Neuigkeiten», sagt Leigh Innes, Portfoliospezialistin bei T. Rowe Price.

«Geschützte Branchen bleiben das Bankenwesen und die Telecomindustrie. Es gibt aber noch etwas Unsicherheit um die Umsetzung», erklärt Marco Martinelli. Der Schweizer ist Fondsmanager in Ho-Chi-Minh-Stadt für die vietnamesische Dragon Capital. Momentan gibt es um die dreissig Aktien, die ihr Ausländerlimit (49% für die meisten Sektoren, 30% für Banken) schon erreicht haben. Ausländer können Anteile an diesen Unternehmen nur kaufen, wenn andere Ausländer ihnen diese verkaufen – meist zuzüglich einer Prämie zum normalen Kurs.

Vietnam hat im vergangenen Jahr ein Wirtschaftswachstum von knapp 6% erzielt, das ist eine der höchsten Wachstumsraten der Welt. Dieses Jahr sollen es gar um die 7% werden. «Ein Faktor für das Anziehen der Wirtschaft ist die Kreditvergabe», sagt Martinelli. Das habe sich an der Börse mit einer starken Performance des Bankensektors gezeigt. Grösstes Sorgenkind bei den Finanzinstituten war in den letzten Jahren der Anteil notleidender Kredite in den Bilanzen. Ein Immobiliencrash sorgte in den vergangenen Jahren für Schmerzen. «Die Bereinigung der Bankbilanzen geht voran, grosse Rückstellungen wurden gebildet», konstatiert Martinelli. Doch der Sektor, darunter der wertvollste Börsentitel Vietcombank, ist wegen des neuen Optimismus schon hoch bewertet.

Mit mehr Kreditvergabe wird auch der Immobiliensektor angeregt. «Der Häusermarkt hat einen Boden gefunden. Daher setzen wir auch auf Baufirmen und Hersteller von Baumaterial», sagt Thomas Hugger, CEO von Asia Frontier Capital.

Für den vietnamesischen Markt gibt es die Hoffnung, dass er nächstes Jahr in den MSCI-Schwellenländerindex aufgenommen wird. «Der Markt ist im Vergleich zur Region Asien-Pazifik etwa 25% günstiger bewertet», sagt Martinelli. «Wird Vietnam in den Schwellenländerindex aufgenommen, könnten die Bewertungen auf das regionale Niveau aufholen.»

Source: fuw.ch

Featured image credit: (Carsten Reisinger/Keystone)

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